Aktuelles, Presse

Oberneuland Magazin 05/2022

Die Hofladen-Radtour – Teil 1

Eine kulinarische-köstliche Radtour von Hofladen zu Hofladen auf Seite 40 und 41 sind wir auch mit dabei.

Genüsse mit Geschichten – Gaby Nentwig und der Hofladen Meyerdierks in Lilienthal

Als Gaby Nentwig von ihrer damaligen Chefin Helga Meyerdierks gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könne, Meyerdierks-Hofladen in Lilienthal zu übernehmen, hat sie sofort „Ja“ gesagt. „Ich musste nur noch meinen Mann fragen“, sagt sie lächelnd. Das war vor acht Jahren. Drei Jahre hatte die gelernte Kauffrau zuvor bereits im Hofladen gearbeitet, kannte jedes regionale Produkt und jede Geschichte dahinter genau. „Ich wollte mich beruflich verändern und habe mich beim Hofladen ganz klassisch beworben“, erklärt Gaby Nentwig, wie sie zu ihrer Arbeit dort kam. Schon immer sei es ihr Traum gewesen, selbstständig zu sein. Mit kleinen Kindern war das zunächst nicht möglich.
Als die Hofladengründerin Helga Meyerdierks Gaby Nentwig die Übernahme anbot, war es möglich. Denn ihre Kinder waren zu dieser Zeit schon größer. Zwei Jahre später fing auch ihr Mann an, im Hofladen zu arbeiten. Sechs Mitarbeiter, die aus ganz unterschiedlichen Berufen kommen, hat das Paar. Bei ihren Mitarbeitern sei es natürlich wichtig, dass sie kompetent seien, aber noch wichtiger ist es ihr, dass sie Leidenschaft mitbringen – Leidenschaft für die regionalen Produkte, die hier verkauft werden. „Hinter jedem Produkt steht eine Geschichte, die Geschichte eines Landwirts und dafür muss man sich begeistern können. Und das können meine Mitarbeiter.“
220 Quadratmeter groß ist der Hofladen an der Moorhauser Landstraße; in dem Bauernhaus öffnet sich eine kulinarische Welt: Die köstliche, duftende, wohlschmeckende Vielfalt der Region, sie wird sichtbar in den Regalen, Weidenkörben und Tresen. Deftige Eintöpfe, kräftige Brühen, Weine, Liköre, Marmeladen, Wurst, Käse, Kaffee, Schokolade! Viele Produkte sind Eigenprodukte des Hofladens – wie beispielsweise die hausgemachten Wurstspezialitäten, die selbst gemachte glutenfreie Hühnersuppe und die selbst gekochten Marmeladen. Unter den Marmeladen ist die Sorte Erdbeere besonders beliebt. „Die Erdbeeren dazu kommen aus der Region“, sagt Gaby Nentwig. Auch Brot und Brötchen gibt es im Hofladen zu kaufen – darunter auch selbst gebackenes Kürbisbrot. Schon unzählige Male ist Gaby Nentwig gerade nach diesem Rezept gefragt worden. „Dazu hatten wir schon Anrufe aus Hamburg und München“, sagt die Hofladen-Chefin lächelnd. Welche genauen Zutaten in den Teig kommen, verrät sie nicht. Denn gerade die eigenen Rezepte gehörten ja zu den Besonderheiten des Hofladens. „Es ist ein altes Familienrezept von der Gründerin des Hofladens.“
Als Verkostungen noch möglich waren, war das Kürbisbrot das Produkt, das kleine Kinder als Erstes im Hofladen kennenlernten. Auf niedriger Höhe stand damals ein Tablett mit Marmeladen und kleinen Kürbisbrotquadraten … Dort, wo Brot und Brötchen verkauft werden, duftet es auch nach selbst gebackenem Kuchen nach Landfrauenart. „Unser Apfel-Schmand-Kuchen schafft es jeden Tag in den Tresen. Der ist Kundenliebling.“ Die anderen Sorten variieren. Immer wieder gibt es hier auch neue Rezepte wie aktuell ein Himbeerkuchen mit dem schönen Namen „Blumenwiese“. „Da sind echte Blüten drauf.“ Das Rezept hat die Kreativabteilung des Hofladens selbst entwickelt. „Das gibt es nur bei uns.“ Immer wieder haben Gaby Nentwig und ihre Mitarbeiter Ideen für neue Rezepte. Dann wird gekocht, gebacken, experimentiert – so lange, bis die Rezeptur allen schmeckt. Bei den Marmeladen ist so gerade die neue Sorte „Kaffeetraum“ hinzugekommen. „Wir haben uns gefragt, wie schmecken unsere Kirsche und unser Kaffee zusammen? So ist die Idee entstanden.“
Viele Kunden kommen wegen der großen Auswahl an regionalem Fleisch und regionaler Wurst in den Hofladen. Alle zwei Wochen gibt es frisches Rind, einmal wöchentlich Schwein und mehrmals in der Woche Geflügel. Alle Landwirte und deren Höfe kennt Gaby Nentwig persönlich, arbeitet schon seit vielen Jahren mit ihnen zusammen. Rind kommt aus der Region Osterholz-Scharmbeck, Schwein aus Hambergen, Hähnchen aus Rhade. „Unsere Kunden interessieren sich dafür, wo das Fleisch herkommt, wollen wissen, wie die Tiere gehalten werden. Das war bei uns schon immer so.“
Es kommen aber nicht nur Fleischliebhaber, sondern auch reine Gemüsekunden in den Hofladen. „Weil es regional ist“, erklärt Gaby Nentwig. Viele Stammkunden hat sie; durch das große Neubaugebiet in der Nachbarschaft kommen auch viele Familien mit kleinen Kindern in den Hofladen. „Wir haben auch Kunden aus Bremen-Nord und Stuhr. Da sind wir Ausflugsziel. Diese Kunden rufen meistens schon vorher an und fragen, ob wir das haben, was sie kaufen möchten.“
Und das genau ist das Schöne an der Arbeit im Hofladen? „Hier kann ich das machen, was ich liebe. Ich arbeite mit schönen und hochwertigen Lebensmitteln. Gleichzeitig kann ich beim Neudekorieren des Angebots immer wieder so kreativ sein.“
Meyerdierks Hofladen, Moorhauser Landstraße 33, 28865 Lilienthal