Presse

Burzel Bräu das Tarmstedter Bier

Bericht aus der Wümme Zeitung vom 28.06.2014

Alle sieben Wochen 500 Liter: Torben Sass und seine Frau Julia produzieren das Tarmstedter Bier, das sie „Burzel Bräu“ nennen

Tarmstedter kaufen Bier aus Tarmstedt. Lilienthaler auch. Hier wie dort gibt es in zwei Läden Gerstensaft, den das Tarmstedter Ehepaar Sass bei sich zu Hause braut. Nebenbei, als Ausgleich zur eigentlichen Arbeit.

Von Ulrike Schumacher

Tarmstedt. Andere gehen in den Supermarkt und schleppen dort die Kisten weg. Torben Sass verbringt einen Tag in seiner Garage. Das Ergebnis ist dasselbe: Es gibt immer genug Bier im Haus. Der Tarmstedter braut sich seines selbst. „Früher waren es so um die hundert Liter“, erinnert er sich. „Dann kamen abends ein paar Jungs und dann war das alle.“ Mit „Jungs“ sind die Freunde gemeint, die den schmackhaften Tropfen aus Torben Sass‘ Brauküche sehr zu schätzen wissen. Inzwischen ist das Tarmstedter Bier in vieler Munde, seit es im örtlichen Getränkemarkt und bei Meyerdierks Hofladen in Lilienthal verkauft wird. Von den hundert Litern pro Brauvorgang ist der hochgewachsene Tarmstedter längst ab. „Der Arbeitsaufwand ist der gleiche“, sagt Torben Sass. Also füllt er alle sieben Wochen 500 Liter Bier in Flaschen. Dafür musste er allerdings erst einmal ein spezielles Sudwerk bauen, mit dem solche Mengen zu schaffen sind. „Das war eine Herausforderung.“ Die Geschichte beginnt vor etwa acht Jahren. „Da fing er an, in der Garage unserer Mietwohnung das erste Bier zu brauen“, erzählt Julia Sass. Sie hatte ihren späteren Ehemann zu der Zeit gerade erst kennen gelernt und sei ein wenig irritiert gewesen, erinnert sie sich lachend. „Was will man mit soviel Bier?“, habe sie sich gefragt. Doch dann kamen die „Jungs“ und der Vorrat floss nur so dahin. Inzwischen geht Julia Sass genauso leidenschaftlich ans Werk wie ihr Mann. Neben ihren eigentlichen Berufen. „Das ist der perfekte Ausgleich“, versichert Torben Sass. Ein ziemlich arbeitsreicher zwar, aber unglücklich oder gar gestresst wirken Julia und Torben Sass nicht gerade. Vielleicht auch, weil zum Bierbrauen Ruhe gehört. Hektik ist völlig fehl am Platz in dem 40Quadratmeter großen Anbau neben dem Haus am Rande der Tarmstedter Wiesen, das sie vor vier Jahren gekauft haben. Hier stehen die 30-Jährige und ihr neun Jahre älterer Mann meistens am Wochenende zwischen dickbauchigen Edelstahlbottichen und kreieren aus Wasser, Hefe, Gerstenmalz und Hopfen das bernsteinfarbene Getränk,und man kann sich gut vorstellen,dass sie dabei fröhlich und zufrieden miteinander Hand in Hand arbeiten. „Unsere Freizeit ist voll damit ausgefüllt“,sagt er. „Was schön ist“, fügt sie hinzu. „Weil es ehrliche Arbeit ist, weil man in den Händen halten kann, was man geschaffen hat und weil wir noch nie so viel Zeit hatten, miteinander zu reden.“ Der eigentlich freie Tag des Ehepaares beginnt morgens um sechs. Sonst wäre der Brauvorgang nicht zu schaffen. „Er dauert zehn bis zwölf Stunden“, berichtet Torben Sass, während seine Frau am Boden hockt und eine Flasche nach der anderen durch Seifenwasser zieht. „Bis so eine Flasche gefüllt ist, nimmt man sie 13 Mal in die Hand“, sagt Julia Sass. Allein schon, weil die Pfandflasche etliche Reinigungsphasen durchläuft.Dass er einmal Bier brauen würde, wusste Torben Sass schon als Schüler. Bei Beck‘s machte er ein Praktikum und war so begeistert, dass er dort 1995 eine Lehre zum Brauer und Mälzer begann. Nach einem Gesellenjahr zog es Torben Sass weiter.Er wollte im beschaulichen Weihenstephan Brauwesen und Getränketechnologie studieren. Inzwischen berät er norddeutschlandweit die Getränke- und Brauindustrie, entwirft Hygienekonzepte und Energiesparpläne und vertreibt Reinigungs- und Desinfektionsmittel. „Aber letztendlich wollte ich Bier brauen.“ Die Freunde hätten damals gefrotzelt, ob er das denn überhaupt noch könne. Und dann hat Torben Sass es einfach ausprobiert. „Auf engstem Raum, aber es funktioniert.“ Sie seien da dann „so reingerutscht“, erzählen Julia und Torben Sass. Stück für Stück. Irgendwann wollten sie für das eigene Bier auch eine eigene Flasche haben. Dann sollte doch auch ein Etikett drauf kleben, und ein Name musste für das Bier schließlich auch her. Die Flasche sollte sich zudem vom üblichen Angebot abheben, und so füllten Torben und Julia Sass ihr Bier fortan in Ein-Liter-Flaschen ab, mit einem Etikett, das einen kauzigen Mann zeigt. Darunter der Schriftzug „Burzel Bräu“. Auch wieder so eine persönliche Geschichte. Torben Sass hatte als Kind einen Kosenamen. Der Vater nannte ihn Burzel. Richtig losgeworden ist er ihn nie. Zumindest ging, als das erste Bier in der Garage floss, bei den Nachbarn der Spruch: „Es gibt wieder Burzel Bräu.“ Mit seinem Bruder, einem Werbefachmann, habe er dann beratschlagt, dass es bei diesem Namen bleiben sollte. Und weil man sich von dem Burzel am besten auch ein Bild macht, entwarf der Bruder schließlich diesen urigen Typen. „Spargeldürr!“, habe er entrüstet gerufen, doch sein Bruder habe gemeint, ein fülliger Kerl auf dem Etikett führe zu schnell zu der Annahme, Bier mache dick. „Was ja nicht stimmt“, betont Torben Sass. „Dick machen nur die deftigen Speisen, die man dazu isst.“ Dann öffnet er eine Flasche seines naturtrüben Bieres, das gekühlt rund drei Wochen haltbar ist und nach jedem Brauen und der dazugehörigen sechswöchigen Gär- und Reifezeit immer eine eigene Note hat. Es schmeckt deutlich nach Malz, ein bisschen nach Karamell, ist vollmundig und verlangt nach dem nächsten Schluck. „Genau die richtige Menge für ein Pärchen beim Tatortgucken“, wirbt der Tarmstedter Brauer. Sonntag kann also wieder der Verschluss ploppen. Oder schon vorher. Weil‘s so süffig ist.

Quelle: Wümmezeitung vom 28.06.14

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Hofladen spendet für Suppenengel

26. Januar 2014 – Wümme Zeitung

500 Euro steuerte der Hofladen selbst bei, etwa 1000 Euro kamen von Kunden. Bei der Spendenaktion im vergangenen Jahr hätten viele Kunden Interesse gezeigt, betont der Hofladen. So stand diesmal ein versiegelter Suppentopf als Spardose bereit. Anhand des Gewichts des Topfes schätzen die Mitarbeiter die Summe auf circa 1000 Euro. Im Vorjahr hatte der Hofladen ein Projekt des Krankenhauses Links der Weser in Bremen unterstützt. Diesmal schlug eine ehrenamtlich aktive Hofladen-Mitarbeiterin die Bremer Suppenengel vor. Sie verteilen ehrenamtlich mit ihrer mobilen Suppenküche und Fahrrädern Essen an Bedürftige. Am Dienstag sei die Spende an die Suppenengel übergeben worden, teilt der Hofladen mit.

Quelle: Wümme Zeitung vom 24.01.2014

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Helga Meyerdierks übergibt Ihren Hofladen

Osterholzer Anzeiger vom 11.08.2013

Alte Werte und neue Ideen

Gaby Nentwig arbeitet bereits seit drei Jahren in dem über die Grenzen Lilienthals hinaus bekannten Hofladen. Als sie dort anfing, fühlte sich das für sie wie „ankommen“ an. Die gelernte Einzelhandelskauffrau fühlte sich von Anfang an wohl im Team von Meyerdierks Hofladen. Als sich dann die Möglichkeit bot, den Hofladen von Helga Meyerdierks zu übernehmen,vergewisserte sie sich zunächst einmal, ob sie mit der Unterstützung ihres Mannes Markus Nentwig rechnen kann. Und diese Unterstützung hat sie. Helga Meyerdierks freut sich, jemanden als Nachfolgerin gefunden zu haben, die das Konzept des Ladens weiterträgt. Meyerdierks Hofladen hat eine, wenn auch eher kurze, so doch sehr erfolgreiche Geschichte. Alles begann damit, dass eine ehemalige Auszubildende von Helga Meyerdierks sie bat, ihre Kartoffeln zum Verkauf an
die Straße zu stellen, da der Hof von Meyerdierks so zentral läge. Zum Kartoffelverkauf kamen bald andere Produkte dazu, irgend reichte das kleine Verkaufshäuschen an der Straße nicht mehr aus, und als die Kühe in einen neuen Stall kamen, war in der Diele Platz für ein richtiges Geschäft. Hofläden gibt es viele, manche mehr, manche weniger erfolgreich. Meyerdierks Hofladen ist sicher einer der bekanntesten im Landkreis. Helga Meyerdierks hat von Anfang an Wert auf selbst hergestellte Produkte gelegt. Beliebt sind immer noch die hausgemachten Kuchen, die Soßen und auch das Gulasch. Künftig möchte Gaby Nentwig das Angebot an hausgemachten Fertigprodukten noch erweitern. Mittlerweile gibt es bei Meyerdierks eine ausgewogene Mischung an Bio- und konventionellen Produkten, die aber immer aus der Region kommen. Die Kunden haben, wenn sie das wollen, immer die Möglichkeit, zu den Erzeugern zu fahren und direkt zu gucken, wo die Produkte herkommen. Es müsse eben nicht um jeden Preis Bio sein, erklären Helga Meyerdierks und Gaby Nentwig. Beide sind sich einig, dass nicht das Bio-Gütesiegel darüber entscheidet, wie hochwertig ein Produkt ist. Transparenz ist Gaby Nentwig ebenso wichtig wie ihrer Vorgängerin. Die Frage „Was habe
ich auf dem Teller?“ soll den Kunden beantwortet werden. Ebenso wichtig sei es, dass alle Mitarbeiterinnen sich Zeit für die Kunden nehmen. Das war bei Meyerdierks schon immer
so. „Für einen Schnack ist immer Zeit“. Viel Verändern möchte Gaby Nentwig nicht. „Das Altbewährte bleibt“, erklärt sie. Neu hat sie eine Saftserie ins Sortiment genommen, die aus
Fallobst aus der Region hergestellt wird. Dafür fahren die Produzenten zu den Höfen oder auch Privatpersonen, die ihr Fallobst anbieten, und nutzen dies als Grundlage für ihre Säfte.
Außerdem gibt es jetzt eine Kaffee-Hofmischung, die bei „DeKoffiemann“, einer Lilienthaler Kaffeerösterei, extra für Meyerdierks Hofladen gemischt wurde.

Quelle: Osterholzer Anzeiger vom 11.08.2013